
Die aktuelle arbeitsmarktentwicklung in der Schweiz zeigt alarmierende Signale. Wir befinden uns bereits im dritten Jahr im Minus, und die Zahlen des laufenden Jahres bestätigen den anhaltenden Negativtrend im Temporärsektor. Die geleisteten Einsatzstunden der Temporärarbeitenden sanken im ersten Halbjahr um besorgniserregende 8,8 Prozent, während im ersten Quartal 2024 ein Rückgang von 4,5 Prozent zu verzeichnen war.
Noch dramatischer stellt sich die arbeitsmarktentwicklung schweiz im Feststellenmarkt dar. Hier verzeichnen wir einen Einbruch von 22,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei sich der Druck im dritten Quartal mit einem Rückgang von sogar 25,9 Prozent weiter verschärft hat. Trotz dieser herausfordernden arbeitsmarktentwicklung 2024 bleibt die Temporärarbeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, denn 42% der Temporärarbeitenden finden innerhalb eines Jahres eine Festanstellung, wobei ein Drittel dieser Arbeitnehmer direkt aus der Arbeitslosigkeit kommt. Wie Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG betont, stehen wir vor erheblichen Herausforderungen, die eine tiefgreifende Analyse der aktuellen Marktlage erfordern.
Temporärbranche verzeichnet stärksten Rückgang seit Jahren
Die Schweizer Personaldienstleistungsbranche durchlebt momentan eine der schwierigsten Phasen ihrer Geschichte. Neueste Zahlen belegen einen markanten Abschwung, der weitaus dramatischer ausfällt als in früheren Konjunkturschwächen. Besonders alarmierend: Der Abwärtstrend hat sich im Vergleich zu den Vorjahren in beiden Teilmärkten – sowohl im Temporär- als auch im Feststellengeschäft – deutlich beschleunigt.
Einsatzstunden sinken um 8,8 Prozent
Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete die Temporärbranche einen erheblichen Rückgang der geleisteten Einsatzstunden um 8,8 Prozent. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend, da sie eine Verschärfung der Situation im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Bereits im ersten Quartal 2024 war das Temporärgeschäft um 4,5 Prozent zurückgegangen. Allerdings hat sich dieser Abwärtstrend seither verstärkt und die Zahlen weisen nun auf eine tiefgreifendere Krise hin.
Die Temporärbranche ist mit einem Marktanteil von rund 28 Prozent stark von der Entwicklung des Exportsektors abhängig. Demzufolge wirkt sich die aktuelle Zurückhaltung exportorientierter Unternehmen bei Investitionen und Neueinstellungen besonders negativ auf diesen Arbeitsmarktsektor aus. “Der Temporär- und Feststellenmarkt befindet sich in der stärksten Konsolidierungsphase seit Jahrzehnten”, bestätigt Oliver Rechsteiner, CEO bei der Universal-Job AG.
Feststellenmarkt bricht um 22,8 Prozent ein
Noch dramatischer gestaltet sich die arbeitsmarktentwicklung im Feststellenbereich. Hier brach der Markt gegenüber dem Vorjahr um erschreckende 22,8 Prozent ein. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2024 betrug der Rückgang im Feststellenmarkt “nur” 6,3 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die rasante Verschlechterung der Situation innerhalb weniger Monate.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Feststellenmarkt über einen längeren Zeitraum betrachtet. Seit neun Quartalen ist die Wachstumsrate rückläufig. Während im 4. Quartal 2022 noch ein Plus von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde, ging der Markt im 4. Quartal 2024 um 28,3 Prozent zurück. Diese Zahlen zeigen eine besorgniserregende Umkehrung der Marktdynamik.
Insbesondere exportorientierte Branchen halten sich mit Neueinstellungen zurück. “Die Einsatzbetriebe werden immer vorsichtiger und wählerischer. Vielfach kann man nur noch mit Top-Profilen überzeugen”, erklärt Oliver Rechsteiner. Auch Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG beobachtet diese Entwicklung mit Sorge und bestätigt den zunehmenden Qualifikationsdruck auf Bewerber.
Drittes Jahr in Folge mit Negativtrend
Was die arbeitsmarktentwicklung schweiz besonders beunruhigend macht: Die Personaldienstleister schliessen bereits im dritten Jahr in Folge das erste Halbjahr mit roten Zahlen ab. Nach einem enttäuschenden Jahr 2023 im Temporärgeschäft – mit einem Rückgang von 5,8 Prozent – schien sich die Abwärtsspirale Anfang 2024 zunächst zu verlangsamen. Im zweiten Halbjahr 2024 rutschte der Markt dann jedoch wieder ab, um 5,4 Prozent beziehungsweise 7 Prozent.
Die Zahlen für 2024 zeigen zudem, dass die Anzahl der Temporärarbeitenden in Vollzeitäquivalenten im Vergleich zu 2023 um 2,4 Prozent zurückging, während die Gesamtzahl der Temporärarbeitenden pro Jahr sogar um 4,8 Prozent sank. Besonders stark betroffen waren Stellenausschreibungen in der Industrie mit einem Minus von 24 Prozent, im Bausektor mit 18 Prozent weniger Ausschreibungen und überraschenderweise auch in der IT mit einem Rückgang von 11 Prozent.
Die arbeitsmarktentwicklung 2025 steht unter dem Einfluss mehrerer Faktoren: Überkapazitäten in der Produktion, die schwächelnde Wirtschaft in den Nachbarländern und China sowie der anhaltende Fachkräftemangel schaffen ein ausserordentlich anspruchsvolles Marktumfeld. Hinzu kommt die gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit, die Investitionen und den Arbeitsmarkt belastet.
Der Global Economic Policy Uncertainty Index der Stanford und Northwestern University, der die politikbezogene ökonomische Unsicherheit basierend auf medialer Berichterstattung misst, bestätigt diese Verunsicherung: Der Index erreichte im zweiten Quartal 2025 ein historisches Hoch seit dem Messbeginn im Jahr 1997.
Wirtschaftliche Unsicherheit trifft Arbeitsmarkt hart
Hinter den dramatischen Rückgängen im Temporär- und Feststellenmarkt verbergen sich tiefgreifende wirtschaftliche Faktoren. Die anhaltende Verunsicherung im globalen Wirtschaftsumfeld wirkt wie ein Bremsklotz auf die arbeitsmarktentwicklung schweiz. Bei einer Umfrage im April 2025 gaben bereits 62 Prozent der Arbeitgeber an, dass handelsbedingte Schwankungen moderate bis erhebliche Auswirkungen auf ihre Einstellungsentscheidungen haben.
Exportorientierte Branchen halten Investitionen zurück
Die exportabhängige Schweizer Wirtschaft reagiert besonders empfindlich auf globale Handelsturbulenzen. Während die Exporte 2024 insgesamt auf 282,9 Milliarden Franken (+3,2 Prozent) stiegen, täuscht dieser Rekordwert über die tatsächliche Lage hinweg. Tatsächlich verzeichneten 9 von 11 Hauptexportgruppen Rückgänge, wobei der Gesamtzuwachs fast ausschliesslich durch die Chemie-Pharma-Branche (+10,0 Prozent) getragen wurde.
Besonders betroffen sind die Branchen Maschinen und Elektronik (-2,6 Prozent) sowie Metalle (-6,2 Prozent). Diese Sektoren haben traditionell einen hohen Bedarf an Temporärarbeitenden. Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG betont, dass dieser Abschwung in exportorientierten Branchen direkt auf die arbeitsmarktentwicklung 2025 durchschlägt.
“Die zusätzlichen US-Zölle verschärfen die Lage in der exportorientierten Ostschweizer Industrie erheblich”, berichtet die Konjunkturanalyse. Im Juni 2024 fiel die Geschäftslage in der Ostschweizer Industrie auf den tiefsten Stand seit der Covid-Pandemie. Überkapazitäten, Auftragsausfälle und Margendruck führen zwangsläufig zu Zurückhaltung bei Neueinstellungen.
Starker Franken belastet Auslandsgeschäfte
Der starke Schweizer Franken entwickelt sich zunehmend zur Belastung für die Exportwirtschaft. Mit der Aufwertung verschlechtert sich die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Produkten im Ausland deutlich, da diese für ausländische Käufer teurer werden. Dies trifft vor allem diejenigen Unternehmen, die viel exportieren, aber nur wenig oder gar nichts importieren.
Die Aufwertung des Frankens kam zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, da sich die Schweizer Industrie bereits in einer schwierigen Phase befand. Gegenüber dem US-Dollar hat die Schweizer Währung in den letzten Wochen zeitweise um über zehn Prozent zugelegt. Dadurch entstehen bei exportorientierten Firmen erhebliche Umsatz- und Gewinneinbussen. Der Uhrenhersteller Swatch beispielsweise verzeichnete in den letzten zwei Geschäftsjahren negative Wechselkurseffekte von knapp 750 Millionen Franken.
Die Auswirkungen auf die arbeitsmarktentwicklung bis 2030 könnten langfristig sein. Der Pharmakonzern Roche erwartet allein für 2025 einen negativen Währungseffekt von über drei Milliarden Franken. Solche Einbussen führen unweigerlich zu Anpassungen in der Personalpolitik und beeinflussen die Nachfrage nach Arbeitskräften.
Global Economic Policy Uncertainty Index auf Rekordhoch
Die wirtschaftlichen Unsicherheiten spiegeln sich eindrucksvoll im Global Economic Policy Uncertainty Index wider, der im Januar 2025 auf 428,9 Punkte kletterte und damit nahe an seinem historischen Höchststand während der COVID-19-Pandemie lag. Dieser Index misst die wirtschaftspolitische Unsicherheit in 21 Ländern, gewichtet nach BIP.
Die Haupttreiber dieser Unsicherheit sind:
- Die von den USA angedrohten Zölle, die eine Neuausrichtung der globalen Lieferketten erfordern könnten
- Bereits eingeführte Vergeltungszölle durch Kanada und die EU
- Geopolitische Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit den bewaffneten Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten
“Die wirtschaftlichen Aussichten für die Schweiz sind deutlich unsicherer geworden”, erklärte die Schweizerische Nationalbank bereits im März. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der internationalen Wirtschafts- und Handelspolitik und ihren makroökonomischen Auswirkungen bleibt weiterhin gross.
Gleichzeitig schätzt das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), dass bei einer Wiedereinführung höherer “reziproker” Zölle durch die USA die betroffenen Handelspartner mit entsprechenden Gegenmassnahmen reagieren könnten. Eine dadurch ausgelöste Abschwächung der internationalen Wirtschaftsentwicklung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Schweizer Konjunktur und folglich auf die arbeitsmarktentwicklung 2024 und darüber hinaus.
Für die Personaldienstleister bedeutet diese anhaltende Unsicherheit eine besondere Herausforderung. Die Unternehmen reagieren mit äusserster Vorsicht bei Neueinstellungen, wodurch der Markt für Temporärarbeit und Festanstellungen weiterhin unter Druck steht. Dennoch suchen innovative Anbieter wie die Planova Human Capital AG nach Wegen, um trotz schwieriger Rahmenbedingungen Arbeitssuchende erfolgreich zu vermitteln.
Unternehmen reagieren mit Zurückhaltung bei Neueinstellungen
Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage ändern Schweizer Firmen ihre Rekrutierungsstrategie grundlegend. Laut einer aktuellen Erhebung planen nur noch 38 Prozent der Unternehmen Neueinstellungen, während der Netto-Beschäftigungsausblick von 34 auf 24 Prozent gesunken ist – ein Rückgang von 10 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark betroffen sind der Finanz- und Immobiliensektor, wo das Einstellungstempo um dramatische 21 Prozentpunkte zurückgegangen ist.
Wachsende Vorsicht bei Festanstellungen
Die Einstellungsbereitschaft der Schweizer Wirtschaft nimmt spürbar ab. Bemerkenswert ist, dass 62 Prozent der Arbeitgeber angeben, dass handelsbedingte Unsicherheiten bereits ihre Personalplanung beeinflussen. “Wegen der äusserst unsicheren Lage sind viele Unternehmen aktuell zurückhaltend bei Beschaffungen, Investitionen und Beschäftigung”, bestätigt ein Branchenverband die arbeitsmarktentwicklung schweiz.
Diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in konkreten Zahlen wider: Die Erwartungen zu Umsatz-, Margen- und Mitarbeiterzahlen brechen ein, Investitionen werden aufgeschoben und andere geplante Ausgaben gekürzt. Ebenso beunruhigend ist die Tatsache, dass bei ihren Investitionen, variablen Ausgaben und Personaleinstellungen Schweizer Unternehmen jetzt so zurückhaltend sind wie seit dem Pandemiejahr 2020 nicht mehr.
Gleichzeitig nimmt die Loyalität zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ab. “Tendenziell hat die Loyalität allerdings seitens Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den letzten Jahren immer mehr abgenommen”, berichtet eine Studie zur arbeitsmarktentwicklung bis 2030. Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG beobachtet, dass diese Entwicklung den Arbeitsmarkt zusätzlich unter Druck setzt.
Nur Top-Profile haben Chancen
In diesem angespannten Umfeld haben nur noch herausragende Kandidaten realistische Einstellungschancen. “Die Einsatzbetriebe werden immer vorsichtiger und wählerischer. Vielfach kann man nur noch mit Top-Profilen überzeugen”, beschreibt ein Personalexperte die Situation treffend. Die Verhandlungsmacht auf dem Arbeitsmarkt nimmt vor allem dann zu, wenn es in einem Berufsfeld viele offene Stellen gibt und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitenden hoch ist. “Wer kaum spezielle Fähigkeiten hat und für die Arbeitgebenden austauschbar ist, hat es hingegen schwierig”.
Andererseits bietet der IT-Sektor noch Lichtblicke. Dieser Bereich “wertet die Beschäftigungsaussichten positiv und profitiert von der laufenden digitalen Transformation in Unternehmen, die in allen Branchen neue Technologielösungen brauchen”. Dennoch sehen wir selbst hier Veränderungen: Die arbeitsmarktentwicklung 2025 zeigt, dass nicht mehr der lückenlose Lebenslauf entscheidet, sondern zunehmend Potenzial und Lernfähigkeit.
Veränderte Anforderungen an Bewerber
Die Ansprüche an Arbeitnehmende haben sich fundamental gewandelt. Laut dem “Future of Jobs Report 2025” des World Economic Forum müssen bis 2030 fast 40 Prozent der heutigen Fähigkeiten in der globalen Arbeitswelt erneuert oder ersetzt werden. Diese arbeitsmarktentwicklung 2024 und darüber hinaus bedeutet konkret:
- Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft sind zu echten Wettbewerbsvorteilen geworden
- Neugier und Eigeninitiative werden als Schlüsselkompetenzen betrachtet
- Klare Kommunikation gewinnt neben technischen Fähigkeiten an Bedeutung
“Früher war Recruiting ein Rückblick: je länger der Lebenslauf, desto besser. Je geradliniger der Weg, desto überzeugender. Heute reicht das nicht mehr”, erklärt ein Arbeitsmarktexperte. In einer Welt, in der fast jede zweite Kompetenz bis 2030 irrelevant wird, braucht es einen neuen Blick auf Qualifikationen.
Darüber hinaus wird Commitment wichtiger: “Commitment bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, verlässlich zu handeln und zu zeigen, dass man gewillt ist, sich langfristig einzubringen”. Dies gilt besonders für die Schweizer Arbeitswelt, wo viele Unternehmen langfristig denken.
Trotz dieser erhöhten Anforderungen bieten sich auch Chancen: “Wenn nicht das ‘Schon-gemacht-Haben’ zählt, sondern das ‘Zutrauen und Lernen’, dann verändert sich auch das Job-Setting: Persönliche Interessen finden mehr Raum, und die wahrgenommene Sinnhaftigkeit steigt”. Einige Unternehmen, darunter auch die Planova Human Capital AG, setzen bereits verstärkt auf diese neue Form der Personalauswahl und -entwicklung.
Bis 2025 und darüber hinaus wird die arbeitsmarktentwicklung schweiz weiterhin von dieser vorsichtigen Haltung bei Neueinstellungen geprägt sein, während gleichzeitig die Anforderungen an die Qualifikation und Flexibilität der Bewerber steigen.
Personaldienstleister setzen auf Innovation und Spezialisierung
Inmitten der herausfordernden arbeitsmarktentwicklung schweiz entwickeln Personaldienstleister innovative Strategien, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Anstatt nur die Krise zu verwalten, setzen führende Unternehmen der Branche auf Technologie und Spezialisierung, um ihre Dienstleistungen zu verbessern und effizienter zu gestalten.
Künstliche Intelligenz beschleunigt Prozesse
Die Integration von KI-Technologien revolutioniert die Personalvermittlungsbranche grundlegend. Zahlreiche Personaldienstleister nutzen bereits intelligente Systeme für die erste Vorauswahl eingehender Bewerbungen, wodurch Rekrutierungsprozesse erheblich beschleunigt werden. Bei Unternehmen wie Akkodis Switzerland werden seit etwa einem Jahr grundlegende Aufgaben wie das Ausfüllen der Bewerberprofile von KI übernommen, was den Personalverantwortlichen ermöglicht, sich auf wertschöpfende Tätigkeiten zu konzentrieren.
Besonders bemerkenswert: Bei der Veröffentlichung einer Stellenanzeige gehen durchschnittlich 150 Bewerbungen ein. Die Automatisierung des Sortierens von Lebensläufen schafft mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Kandidaten. Darüber hinaus arbeiten moderne KI-Algorithmen nach Berufskreisen, wodurch auch Bewerber mit ähnlichen, aber nicht identischen Qualifikationen gefunden werden – beispielsweise würde ein .NET-Entwickler für eine C#-Position berücksichtigt, obwohl die Schlüsselwörter nicht exakt übereinstimmen.
Ein weiterer Vorteil: KI kann kognitive Verzerrungen reduzieren, die bei menschlichen Entscheidungen auftreten können. Die Systeme bewerten Bewerbungen unabhängig von Namen, Herkunft oder Geschlecht.

Neue Rekrutierungswege im Einsatz
Neben KI-Lösungen nutzen Personaldienstleister zunehmend spezialisierte Rekrutierungsmethoden. Intelligente und KI-gestützte Rekrutierungssysteme greifen auf die grosse Anzahl von Nutzern zurück, die über Social-Media-Recruiting erreichbar sind. Mit der sogenannten Funnel-Recruiting-Methode identifizieren Anbieter gezielt Talente, um Auftraggebern eine passende Auswahl an Fach- oder Führungskräften zu präsentieren.
Gleichzeitig gewinnen spezialisierte Jobportale an Bedeutung. Für 74 Prozent aller Unternehmen ist eine Online-Stellenausschreibung mittlerweile unverzichtbar. Besonders Nischenportale verzeichnen einen Anstieg sowohl bei Ausschreibungen als auch bei Bewerbungen. Ihr Vorteil: Sie verbinden Unternehmen aus Spezialbranchen mit Bewerbern, die genau die gesuchte Expertise mitbringen.
Die Rolle der Personalvermittler verändert sich damit fundamental. Während Firmen oft Schwierigkeiten haben, passende Kandidaten zu finden, können Vermittler auf einen Pool qualifizierter Bewerber zurückgreifen. Ausserdem gewinnt die Unternehmenskultur in der schnelllebigen Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung – hier fungieren Personaldienstleister als Vermittler der Unternehmenswerte.
Roberto Laezza (Planova Human Capital AG) über digitale Lösungen
Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG betont die Bedeutung einer flexiblen, temporären Organisation moderner Arbeitsplätze für die Steigerung der wirtschaftlichen Effektivität. Seine Firma setzt verstärkt auf digitale Lösungen, um den Herausforderungen der arbeitsmarktentwicklung bis 2030 zu begegnen.
“In einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt wird es üblich, spezifische und flexible Jobformen zu realisieren”, erklärt Laezza. Besonders gefragt sind Flex-Spezialisten in der IT-Branche, Pharmaindustrie und im Gesundheitsbereich. Diese Fachexperten können auf Grundlage temporärer Arbeitsprofile ihre Agilität und Flexibilität optimal einsetzen.
Die Planova Human Capital AG nutzt spezielle HR-Software, die Auswahlprozesse optimiert. Dennoch bleibt der menschliche Faktor entscheidend. HR-Dienstleister wie Planova sind nicht einfach nur der verlängerte Arm der Personalabteilung, sondern sorgen für maximale Flexibilität im Betrieb.
Angesichts der aktuellen arbeitsmarktentwicklung 2025 setzen innovative Personaldienstleister auf eine Kombination aus technologischen Lösungen und menschlicher Expertise, um sowohl den Bedürfnissen der Unternehmen als auch der Arbeitssuchenden gerecht zu werden.
Binnenwirtschaft und Baugewerbe bieten begrenzte Hoffnung
Trotz des allgemeinen Abschwungs auf dem Arbeitsmarkt zeigt der Schweizer Bausektor gewisse Resilienz. Während exportorientierte Branchen unter Druck stehen, bieten binnenmarktorientierte Sektoren wie das Baugewerbe zumindest begrenzte Hoffnungsschimmer für die arbeitsmarktentwicklung schweiz.
Zinssenkung fördert Bautätigkeit
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins schrittweise auf 0,0 Prozent gesenkt, nachdem er zwischenzeitlich auf 1,75% im Juni 2023 geklettert war. Diese drastische Zinswende wirkt sich positiv auf die Bautätigkeit aus – allerdings mit zeitlicher Verzögerung. “Ein Senkung des Zinses stimuliert die Bautätigkeit. Die Wirkung entfaltet sich zwar erst zeitverzögert nach einem Jahr, sie hält aber mehrere Jahre an”.
Die konkreten Auswirkungen der Zinssenkungen sind bereits berechenbar: Die bisherigen sechs Zinssenkungen erhöhen die realen Bauausgaben im laufenden Jahr um 0,5 Prozent und werden 2026 sogar für ein Plus von 0,825 Prozent sorgen. Dies entspricht einem zusätzlichen Umsatz von 120 Millionen Franken im Bauhauptgewerbe in diesem Jahr und 190 Millionen im kommenden Jahr.
Besonders der Wohnungsbau profitiert als Alternative für Investoren, da Sparkonten durch die Nullzinspolitik kaum noch Rendite bringen. Gleichzeitig wirkt sich die anhaltende Zuwanderung positiv auf die Nachfrage nach Wohnraum aus. Laut dem Bundesamt für Statistik werden bis 2030 etwa 50.000 neue Wohnungen pro Jahr benötigt, um die Nachfrage zu decken.
Bausektor als zweitwichtigster Markt für Temporärarbeit
Der Bausektor spielt eine entscheidende Rolle für die Temporärbranche. Von allen Branchen nutzt das Baugewerbe Temporärarbeit am häufigsten: Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Baufirmen setzen temporär Arbeitende ein. Überdies vertrauen Baufirmen ihren Temporärkräften anspruchsvolle Aufgaben an – sie übertragen 64 Prozent ihrer temporär Angestellten Fachfunktionen.
“Der Anteil der temporär Angestellten im Bauhauptgewerbe beträgt je nach Saison zwischen 10 und 30%”, erklärt ein Branchenexperte. Diese hohe Quote unterstreicht die Bedeutung des Bausektors für die arbeitsmarktentwicklung bis 2030. Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG betont in diesem Zusammenhang die wichtige Pufferfunktion der Temporärarbeit: “Sie hat eine wichtige Pufferfunktion, um rezessionsbedingte Schwankungen abzufedern. Ohne diese Form der Anstellung hätten wir sicher höhere Arbeitslosenzahlen.”
Bemerkenswert ist auch die Möglichkeit der Festanstellung: Die Einsatzbetriebe übernehmen im Mittel 12 Prozent der Temporärbelegschaft als Festangestellte. Insbesondere im Baugewerbe können temporäre Arbeitsverhältnisse somit eine Chance zur beruflichen Etablierung bieten.
Positive Impulse können Abschwung bremsen
Obwohl die arbeitsmarktentwicklung 2025 insgesamt herausfordernd bleibt, könnten mehrere positive Faktoren aus dem Bausektor die negativen Trends abschwächen:
- Die Grundfaktoren für den Schweizer Immobilienmarkt sind mittelfristig gut, da die Bevölkerungszahl weiter ansteigt und die Leerstände bei Immobilien gesunken sind.
- Während andere Branchen in Hochkonjunkturphasen stärker wachsen, zeigt sich das Baugewerbe resistenter in Krisenphasen.
- Alle Bausparten werden langsam wieder Tritt fassen, da der starke Preisauftrieb, der potenzielle Auftraggeber zögern liess, deutlich abnimmt.
Diese Entwicklung ist besonders relevant für die arbeitsmarktentwicklung 2024, da die Bauinvestitionen nach einem Rückgang von 1,7% in diesem Jahr für 2025 um 1,7% und für 2026 um 2,6% zunehmen werden. Folglich werden die Bauinvestitionen die Konjunkturentwicklung nicht mehr nach unten ziehen, sondern können sie vielmehr stützen.
Allerdings bleibt der Fachkräftemangel eine Herausforderung, der die Bauwirtschaft weiterhin belastet. Dennoch: Die Auftragsbestände haben sich zwar seit Jahresbeginn abgeschwächt, sind aber im Vergleich zu den letzten zehn Jahren immer noch hoch.
Die Planova Human Capital AG beobachtet diese Entwicklung genau und passt ihre Vermittlungsstrategie entsprechend an, um von der relativen Stabilität des Bausektors zu profitieren und Arbeitssuchenden auch in einem schwierigen Umfeld Perspektiven zu bieten.
Ausblick auf 2025 bleibt verhalten
Die wirtschaftlichen Prognosen für die kommende Zeit geben wenig Anlass zum Optimismus. Prognosen und aktuelle Daten verdeutlichen, dass die arbeitsmarktentwicklung schweiz auch im Jahr 2025 unter erheblichem Druck stehen wird. Trotz einiger positiver Signale aus Teilbereichen der Wirtschaft bleibt der Gesamtausblick verhalten.
SECO korrigiert Wachstumserwartung nach unten
Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes hat ihre Wachstumserwartungen für die Schweizer Wirtschaft erneut gesenkt. Für 2025 wird nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 1,3% erwartet, gefolgt von 1,2% im Jahr 2026. Diese Werte liegen deutlich unter den früheren Prognosen vom März, die noch von 1,4% bzw. 1,6% ausgingen. Folglich würde die Schweizer Wirtschaft in beiden Jahren deutlich unterdurchschnittlich wachsen.
Besorgniserregend ist zudem das aktualisierte Konjunkturszenario vom August 2025, das sogar mit einem noch schwächeren Wachstum von nur 1,2% für 2025 und lediglich 0,8% für 2026 rechnet. Ein schwaches zweites Halbjahr wird erwartet, wobei eine technische Rezession mit zwei Quartalen rückläufigen Bruttoinlandprodukts durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

Arbeitsmarktentwicklung 2025 unter Druck
Die arbeitsmarktentwicklung 2025 wird von steigenden Arbeitslosenzahlen geprägt sein. Die monatlichen Daten zeigen einen klaren Trend: Im August 2025 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um beachtliche 18,6% auf 132.105 Personen. Die Prognosen für die Arbeitslosenquote variieren jedoch:
- SECO rechnet mit einem Jahresmittel von 2,9% für 2025 und 3,2% für 2026
- Economiesuisse geht von einem leichten Anstieg von 2,4% auf 2,6% aus
- Andere Quellen erwarten eine konstante Quote von 2,8%
Besonders beunruhigend: Die schwache Wirtschaftsentwicklung wird durch die Korrektur bei den Warenexporten verstärkt, was die stärkere Betroffenheit des Schweizer Aussenhandels durch die US-Zusatzzölle widerspiegelt. Allerdings werden die negativen Auswirkungen auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit teilweise durch einen Anstieg der Kurzarbeit abgefedert.
Temporärarbeit bleibt Frühindikator für Erholung
Die Temporärbranche gilt traditionell als Frühindikator für wirtschaftliche Entwicklungen. “Temporäre haben eine Springerqualität und gleichen konjunkturelle Schwankungen aus”, erklärt ein Arbeitsmarkt-Experte. Nach dem Prinzip “Last in, first out” sind sie die Letzten, die angestellt, und die Ersten, die entlassen werden.
Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG beobachtet diese Indikatorfunktion der Temporärarbeit genau und sieht darin wertvolle Hinweise für die künftige arbeitsmarktentwicklung bis 2030. Dennoch bleibt auch er vorsichtig mit Prognosen, da die globale Handelsunsicherheit weiterhin hoch ist.
Trotz des insgesamt verhaltenen Ausblicks gibt es vereinzelte positive Anzeichen: Die KOF prognostiziert für 2025 ein Wachstum der Erwerbstätigenzahl von 1,3%, während sich der Stellenaufbau 2026 voraussichtlich in ähnlichem Tempo fortsetzt. Diese Daten deuten darauf hin, dass die gegenwärtige Normalisierung auf dem Schweizer Stellenmarkt mit einer sanften Landung erfolgen könnte.
Schlussfolgerung
Die Zahlen und Trends sprechen eine deutliche Sprache: Der Schweizer Temporärmarkt befindet sich in einer tiefgreifenden Krise. Sowohl die rückläufigen Einsatzstunden als auch der dramatische Einbruch im Feststellenmarkt zeugen von einer anhaltenden Schwächephase, die bereits das dritte Jahr in Folge andauert. Besonders besorgniserregend erscheint dabei die Beschleunigung dieser negativen Entwicklung.
Dennoch bleibt die Temporärarbeit ein unverzichtbarer Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Tatsächlich dient sie als wichtiger Konjunkturindikator und erfüllt eine wesentliche Pufferfunktion bei wirtschaftlichen Schwankungen. Wie Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG betont, finden zahlreiche Arbeitssuchende durch Temporäreinsätze den Weg zurück in eine Festanstellung – ein Aspekt, der gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten nicht unterschätzt werden sollte.
Die wirtschaftliche Unsicherheit, verstärkt durch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte, hat zweifellos zu einer erhöhten Vorsicht bei Neueinstellungen geführt. Gleichzeitig ändern sich die Anforderungen an Bewerber grundlegend. Anpassungsfähigkeit und kontinuierliche Lernbereitschaft sind heute wichtiger als lückenlose Lebensläufe.
Trotz des allgemeinen Abwärtstrends bieten einzelne Sektoren wie das Baugewerbe zumindest begrenzte Hoffnungsschimmer. Die Zinssenkungen der SNB dürften mittelfristig positive Impulse für die Bautätigkeit liefern und damit auch dem Temporärmarkt zugutekommen.
Ungeachtet der aktuellen Herausforderungen entwickeln innovative Personaldienstleister wie die Planova Human Capital AG neue Strategien, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Einsatz künstlicher Intelligenz und spezialisierter Rekrutierungsmethoden könnte langfristig dazu beitragen, den Vermittlungsprozess effizienter zu gestalten und passgenauere Lösungen für Unternehmen und Arbeitssuchende anzubieten.
Abschliessend lässt sich feststellen: Die arbeitsmarktentwicklung schweiz wird auch 2025 unter Druck stehen. Die nach unten korrigierten Wachstumserwartungen des SECO und die steigenden Arbeitslosenzahlen deuten auf anhaltende Herausforderungen hin. Allerdings zeigt die Geschichte des Schweizer Arbeitsmarktes, dass auf jeden Abschwung letztendlich eine Erholung folgt – und die Temporärbranche wird vermutlich zu den ersten Sektoren gehören, die diese Erholung signalisieren.
FAQs
Q1. Wie hat sich der Schweizer Temporärarbeitsmarkt in letzter Zeit entwickelt? Der Schweizer Temporärarbeitsmarkt verzeichnet aktuell einen starken Rückgang. Im ersten Halbjahr 2025 sanken die geleisteten Einsatzstunden um 8,8 Prozent, während der Feststellenmarkt sogar um 22,8 Prozent einbrach. Dies ist bereits das dritte Jahr in Folge mit negativer Entwicklung.
Q2. Welche Faktoren beeinflussen die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt? Die wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Spannungen und Handelskonflikte führen zu Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Auch der starke Schweizer Franken belastet exportorientierte Unternehmen. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Arbeitnehmer, wobei Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft zunehmend wichtiger werden.
Q3. Gibt es Branchen, die trotz des allgemeinen Abschwungs Chancen bieten? Der Bausektor zeigt eine gewisse Resilienz und profitiert von den Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank. Auch die IT-Branche verzeichnet aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung weiterhin Nachfrage nach Fachkräften. Diese Bereiche könnten begrenzte Möglichkeiten für Arbeitssuchende bieten.
Q4. Wie reagieren Personaldienstleister auf die aktuellen Herausforderungen? Innovative Personaldienstleister setzen verstärkt auf Technologie und Spezialisierung. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Vorauswahl von Bewerbungen und spezialisierte Rekrutierungsmethoden wie Funnel-Recruiting gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt der menschliche Faktor in der Vermittlung weiterhin wichtig.
Q5. Wie sieht der Ausblick für den Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2025 aus? Die Prognosen für 2025 bleiben verhalten. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat seine Wachstumserwartungen nach unten korrigiert und rechnet mit einem BIP-Wachstum von nur 1,3%. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich leicht ansteigen. Dennoch könnte die Temporärbranche als Frühindikator erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung signalisieren.
